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Band VIII

Der Weg zum Ruhm ist geprägt von Mühsal.
So helft, das kostbare Samenkorn zu pflanzen
in das Tal aus den Träumen eines alten Mannes,
und etwas wird geschaffen sein,
das länger währt als der Ruhm eines Sterblichen.
Kannst du nicht fliegen wie ein Adler,
klettre nur Schritt für Schritt bergan –
auch wer mit Mühe den Gipfel gewann,
hat die Welt zu Füßen liegen.

Elfenkrieg

Spiegel-Bestseller


Phileassons Ottajasko und die Karawane der Bettler aus Fasar haben die Kabashpforte erreicht, jenen Gebirgspass, der die Khôm mit dem Lieblichen Feld verbindet. Die tödliche Hitze und Trockenheit liegen damit hinter ihnen. Nun gilt es, »das Samenkorn zu pflanzen«: Die Bettler sollen zu Siedlern werden und im verheißenen Tal eine neue Heimat finden.

Phileasson VIII: Elfenkrieg

Sie erreichen das Liebliche Feld in einer Zeit großer Erwartung: 2500 Jahre sind seit dem Erscheinen des göttlich gesandten Greifenreiters Horas vergangen. In Logen und an Adelshöfen, auf Tempelplätzen und sogar auf offener Straße erzählt von der großen Vergangenheit, in der man noch ein Kaiserreich war. Und man träumt von erwachender Pracht.

Vascal della Rescati weiß um die atemberaubenden Höhenflüge der Kunst, der Wissenschaft, des Handwerks, die sein Heimatland hervorbringt. Er weiß auch um die gnadenlosen Intrigen, in die er selbst so lange versponnen war, um die Erwartungen seiner Schwester und alte Schulden – die ihn nun einholen.

In Mirandola frisst dagegen eine Wut, die ein rätselhafter Obelisk in der versunkenen Elfenstadt Tie’Shianna in ihr Herz gepflanzt hat. Kann sie den schrecklichen Botschaften seiner Glyphen und den Einflüsterungen der purpurnen Lichter widerstehen – oder wird sie zur Verräterin an Phileassons Abenteuerfahrt?

Aischa Aram träumt den Traum ihres Vaters: ein gutes Leben für jene, die bislang glücklos waren. Für Mansour, der beide Beine verlor. Für Barmak, den Mittellosen mit den geschliffenen Umgangsformen. Für Abdallah, den eine Flechte entstellt und für den dreijährigen Embahl, dessen Mutter Löwen zerrissen haben.

Gemeinsam reisen sie nach Süden, folgen den Visionen des Propheten durch das Liebliche Feld und hinein in die dampfenden Dschungel des Regengebirges, um etwas zu schaffen, das länger währt als der Ruhm eines Sterblichen.

Der Ruhm von Beorn dem Blender wächst derweil über Aventuriens Gestade hinaus. Seine Ottajasko findet sich in der Traumvision der hochelfischen Königsstadt Tie'Shianna wieder. Doch in der Welt, in die es sie verschlagen hat, können Träume tödlich sein …

Der größte Plünderfahrer Thorwals steckt in der Falle. Ein Heer aus Echsenmenschen, Trollen, Ogern und allem anderen, was der Namenlose Gott aufbieten kann, brandet unermüdlich gegen die Mauern der Stadt. Kazak der-in-Blut-watet, der gnadenlose Feldherr der Finsternis, führt die feindlichen Truppen an. Und die hochelfischen Verteidiger begegnen seiner Ottajasko mit Misstrauen, denn sie ähneln Angehörigen von Hilfstruppen im Heer ihrer Feinde.

Doch Beorn, der Wagemutige, findet neue Wege und bald auch neue Gefährten. Er hilft, altes Unrecht zu sühnen, doch in den Augen seiner Schildmaiden und Recken lodert bald die Gier nach den unermesslichen Schätzen dieser neuen Welt.



Aus dem Schaffensprozess

Bernhard Hennen

Die Reise zu den Inseln im Nebel, der von den Hochelfen erschaffenen Globule (eine eigene, kleine Welt), war ein wenig die Reise zu meinen Wurzeln. Und sie brachte die Erkenntnis mit sich, dass es Themen gibt, die mich vor dreißig Jahren schon genauso bewegten, wie sie es heute noch tun. Kann das Wort die Welt verändern? Liegt Magie in Sprache? Wird wahr, was wir glauben? Sind wir die Schöpfer der Welt, in der wir leben?

Bernhard Hennen

Das sind zentrale Themen der Azuhr-Trilogie, die ich vor wenigen Monaten abgeschlossen habe. Auch, wenn ich sie vor dreißig Jahren anders verhandelt habe, sind diese Fragen ebenso schon ein zentrales Element der Phileasson-Saga. Beorn verschlägt es ins legendäre Tie'Shianna. Doch selbst er, der nur wenig über die Geschichte der untergegangenen Hochelfen weiß, bemerkt bald, dass es bei dem, was er und seine Gefährten in der belagerten Stadt erleben, Widersprüche zu den vermeintlichen Fakten gibt. Die Belagerung, die sich mit ihrem Vorspiel einst über Jahrzehnte erstreckte, dauert hier nur einundzwanzig Tage. Und die Geschichte beginnt in endlosem Zyklus immer wieder von Neuem. Wer als Sterblicher in sie hineingerät, steckt in einer tödlichen Falle. Das Flackern ist die offensichtlichste Eigenart, die offenbart, dass Beorn und seine Ottajasko sich nicht in der Wirklichkeit bewegen, die ihnen vertraut ist. Beim Flackern verblasst die Geschichte um Tie'Shianna und der Ort, den diese Manifestation überlagert, wird manchmal sichtbar.

Welche Konsequenzen dieses Flackern hat, hat uns beiden Autoren manche Diskussion inspiriert. Es bedeutet nicht nur, dass übermächtige Gegner, mit denen die Helden ringen, plötzlich durchscheinend werden und ganz neue Varianten von Rettung in letzter Sekunde ermöglichen, denn stünde man im entscheidenden Augenblick auf einer zwanzig Meter hohen Stadtmauer, wäre die Rettung vor der feindlichen Klinge mit dem Sturz in den Tod verbunden. Plündergold, das man mit sich trägt, löst sich in Luft auf, sobald sich die Realität verschiebt. Neue Gewänder, die man trägt, verschwinden. Aber was ist mit Verletzungen, die man davongetragen hat? Wir haben uns für die Setzung entschieden, dass Veränderungen, die Leib und Leben betreffen, über das Flackern hinaus bestehen bleiben. Wer starb, wird nicht wieder lebendig. Aber auch geheilte Wunden brechen nicht von Neuem auf.

Eine weitere Heimtücke besteht darin, dass man den Verlauf der Geschichte um den Untergang Tie'Shiannas zwar durch persönlichen Einsatz verändern kann, kommt es aber zum Flackern, so setzt die Geschichte unabhängig von allem, was die Helden erreicht haben, wieder bei ihrem durch die Kriegerbarden der Vislani überlieferten Verlauf an. Das heißt, Elfen, deren Vertrauen die Helden gewonnen haben, erinnern sich nicht mehr daran …

Und nie hält das Flackern lange genug an, um aus der Stadt, bis durch die äußeren Vorposten des Belagerungsheers zu gelangen. Wen es als Sterblichen in dieses Tie'Shianna verschlägt, der scheint dazu verdammt zu sein, in der sich immer wiederholenden Geschichte vom Untergang der gleißenden Stadt auf kurz oder lang selbst sein Ende zu finden.

Erstaunlich ist auch, wie die Geschichte der »Inseln im Nebel« auch in unserer Welt Spuren hinterließ. Nicht nur, dass das Abenteuer sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, auch die Elfe in goldener Rüstung, die oft auf den Plakaten des DreieichCons erscheint, ist eindeutig eine Vislani. Gerade aus dem Großraum Dreieich kamen etliche Anregungen zu den Kriegerbarden, die Einfluss auf den Roman hatten.

Erneut hat Robert Corvus und mich bei diesem Buch auch der Fluch eingeholt, dass seit einer Weile jeder Phileasson-Roman länger als sein jeweiliger Vorgänger wird. So kam es auch dazu, dass Robert eine lange Passage im Beornstrang geschrieben hat, damit der endgültig letzte Abgabetermin gehalten werden konnte. Um welchen Text es sich handelt, sei hier nicht verraten. Aber wir sind neugierig, ob jemand richtig rät. 😉

Weitere Herausforderungen waren unterschiedliche Angaben über den Zeitverlauf auf den Inseln im Nebel. Oder wie kommen die Helden damit klar, dass es sie in eine Welt verschlägt, in der ein Elfisch gesprochen wird, wie es kaum ein Aventurier beherrschen kann?

Da Beorn in der Rollenspielkampagne der Antagonist ist, finden sich zu ihm im Vergleich zu Phileasson viel weniger Informationen im Abenteuer, die zudem auch noch gut verstreut in einen längeren Text eingebettet sind. Eines ist jedoch gewiss: Bis Phileasson die Inseln im Nebel erreicht, wird Beorn dort eine Legende geworden sein, mit allen ganz spezifischen Eigenheiten, die in dieser Globule mit einer solchen Entwicklung verbunden sind.

Robert Corvus

Rollenspiele und Romane haben gemein, dass sie Geschichten erzählen. Doch sie unterscheiden sich in den dramaturgischen Regeln der jeweiligen Erzählform.

Robert Corvus

So ist das »Balancing« ein wesentlicher Faktor bei Rollenspielen: Die Herausforderungen, denen sich die Spielerfiguren stellen, müssen herausfordernd sein, dürfen sie aber nicht überfordern. Und jede Spielerfigur muss Gelegenheit haben, in annähernd gleichem Maße wie die anderen Spielerfiguren auf den Ausgang der Geschichte einzuwirken. In dieser Hinsicht bietet das Abenteuer Der Prophet zieht weiter, das als Vorlage für den Roman Elfenkrieg diente, zahlreiche Möglichkeiten für den Spielleiter. Die Aufgaben beim Aufbau von Brokscal sind vielfältig. Jagd, Kämpfe, handwerkliche Tätigkeiten, Erkundungen, Handelsexpeditionen … hier kann jeder einmal zum Zuge kommen und glänzen.

Phileassons Route im achten Roman

Kabashpforte Thegûn Neetha Drôl Loch Harodrôl Port Corrad Brokscal Anpadega Ajiss-Zassah

Bei Spannungsromanen gibt es die beiden grundlegenden Fragen »was passiert als Nächstes?« und »warum ist es passiert?«. Erstere kommt bei ideengesteuerten, die zweite bei figurengesteuerten Handlungsverläufen stärker zum Tragen. Für beide ist ein roter Faden hilfreich. Er ermöglicht der Leserschaft, auf Basis vergangener Ereignisse Spekulationen über den weiteren Verlauf anzustellen. Zudem gibt er dem Roman Struktur und damit Zusammenhalt, als Leser findet man sich leichter in der Geschichte zurecht.

Der Prophet zieht weiter legt den Fokus nicht auf diesen roten Faden, das Abenteuer ist eine »Sandbox«. Das ist legitim, da es eine andere Zielrichtung hat als ein Roman. Für mich als Buchautor war es jedoch wichtig, die Elemente, die dem Spielleiter im Abenteuer angeboten werden, zu einer stringenten Handlung zu verbinden.

Das erreichte ich zunächst durch eine Verbindung zum Prolog, der in derselben Gegend spielt wie der Beginn der Haupthandlung. Mit zwei Jahren ist der zeitliche Abstand diesmal auch nicht allzu groß, sodass ich glaubhaft Figuren aus dem Prolog aufgreifen und offengebliebene Probleme ansprechen kann.

Danach, bei der Gründung des Dorfes, stellt sich die Frage nach der Siegbedingung für die Aufgabe. An welchem Kriterium macht sich fest, dass Phileasson diesen Punkt der Wettfahrt für sich verbuchen kann, beziehungsweise dass er gescheitert ist? Ein ähnliches Problem hat sich bereits im Himmelsturm gestellt – ab wann galt sein Geheimnis als erforscht? Auch in diesem achten Abenteuer erforderte es ein wenig Knobelarbeit, eine befriedigende Antwort zu finden.

Hat sich die Geschichte dadurch geändert?

Ja, natürlich. Auch die Verfilmung von Der Herr der Ringe unterscheidet sich von der gedruckten Version, ebenso, wie die Fernsehserie Game of Thrones von der Buchvorlage Das Lied von Eis und Feuer abweicht. Und das ist gut so.

Ist der Charakter der Geschichte erhalten geblieben?

Ich denke, schon. Hier wie dort hofft eine Karawane von Bettlern auf ein besseres Leben, spuckt in die Hände und zieht eine Siedlung mitten im Urwald hoch. Gefahren lauern in den grünen Schatten, wir begegnen Waldmenschen und den echsenhaften Achaz. Viele der Herausforderungen, die im Abenteuer vorgeschlagen werden, finden sich auch im Roman.

Aber ein Roman ist nicht nur Handlung. Er lebt von seinen Figuren, und ich glaube, nach der Lektüre von Elfenkrieg wird man einige davon besser kennen als zuvor. Man ist mit der Vergangenheit von Vascal und Leomara vertraut. Das Rätselspiel mit dem Seil und dem Ring aus dem Prolog gibt es übrigens wirklich – hier die Lösung.

Man erlebt mit, wie die Finsternis in Mirandolas Herzen arbeitet.

Und ich denke, obwohl er in Elfenkrieg keinen Schiffsplanken unter den Füßen hat, beweist Asleif Phileasson wie selten zuvor, was ihn zum Drachenführer macht, das wohl!

In bewegten Bildern

            


Rosentempel

Echsengötter